
Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945
Das Bayerische Seminar für Politik als Wegbereiter der "Wehrmachtsausstellung"?
A.R.T - nicht zu verwechseln mit "Art"?
Ausstellungen gegen den Rassismus
Reaktionen zur Ausstellung "Total rechts"
![]() |
|
Deportation
|
Ende der achtziger Jahre beteiligte sich das Bayerische Seminar für Politik e.V. zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AvS) an der Ausstellung "Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945", die im Münchner Stadtmuseum und im Gasteig präsentiert wurde.
Initiiert wurde die Fotoausstellung von keinem geringeren als dem 1. Vorsitzenden der Weiße Rose Stiftung e.V. Franz Joseph Müller. Müller war 1943 als aktives Mitglied der Widerstandsbewegung um Sophie und Hans Scholl zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Mitte der achtziger Jahre entdeckte er im Archiv des Alten Volksgerichtshofs in Ostberlin eine Kiste mit zahlreichen Fotografien von deutschen und sowjetischen Kriegsberichterstattern und Privatpersonen, die während des Krieges in der Sowjetunion entstanden.
Das Material dokumentiert die Verbrechen, die gegen die Zivilbevölkerung ausgeübt wurden: Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Deportationen, Zwangsarbeit, Zerstörung und Judenverfolgung. Im Zusammenhang mit ausgewählten historischen Textauszügen belegt die Ausstellung, dass die ausgeübten Gräueltaten von der deutschen Heeresleitung nicht nur gebilligt, sondern bewusst begangen wurden:
"Für Handlungen, die Angehörige der Wehrmacht und des Gefolges gegen feindliche Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfolgungszwang, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein militärisches Verbrechen oder Vergehen ist ..."
(Kriegsgerichtsbarkeitserlass vom 13. Mai 1941)
"Gegen Ortschaften, aus denen hinterlistige und heimtückische Angriffe irgendeiner Art erfolgen, sind unverzüglich ... kollektive Gewaltmaßnahmen durchzuführen, falls Umstände eine rasche Feststellung einzelner Täter nicht erwarten lassen."
(Aus dem Befehl des Oberbefehlshabers des Heeres zur "Behandlung feindlicher Landeseinwohner" vom 19. Mai 1941)
![]() |
|
Gefangene Zivilisten
|
Vom Aufbau und vom Quellenmaterial kann die Ausstellung mit der 1995 erstmals gezeigten und heftig umstrittenen sogenannten "Wehrmachtsausstellung" (Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944) verglichen werden. Diese Ausstellung war im Rahmen des Forschungsprojektes "Angesichts unseres Jahrhunderts. Gewalt und Destruktivität im Zivilisationsprozess" vom Hamburger Institut für Sozialforschung bis 1999 in 33 Städten Deutschlands und Österreichs zu sehen.
Eine überarbeitete Fassung läuft seit 2001 unter dem Titel "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944."
![]() |
|
Plakat gegen Rechts
|
Der Gymnasiallehrer und langjährige Dozent des Bayerischen Seminars für Politik e.V. Wunibald Heigl rief in den achtziger Jahren das sogenannte Anti-Rassismus-Training (A.R.T) ins Leben. Im Rahmen dieses Projektes gestalten Jugendliche für Jugendliche unter anderem diverse Ausstellungsprojekte, die sich den Kampf gegen Rechtsradikalismus zum Thema gemacht haben: "Das Recht fremd zu sein", "Sozialabbau ist Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen", "Total rechts" und "sgraffiti - Plakate gegen Rechts".
Die beiden letztgenannten Ausstellungen können beim Bayerischen Seminar für Politik e.V. entliehen werden. "Total rechts" zirkuliert seit einigen Jahren im gesamten Bundesgebiet an diversen Schulen, Vereinen und politischen Einrichtungen und stößt durchwegs auf positive Resonanz.
Am 10. Dezember 2002 eröffneten Bürgermeisterin Dr. Gertraud Burkert und die Vorstandsvorsitzende des Bayerischen Seminars für Politik e.V. Carmen König die Ausstellung "sgrafitti - Plakate gegen RECHTS" im Münchner Stadtmuseum. Wunibald Heigl, sein Schülerarbeitskreis des Luisen-Gymnasiums und der Grafiker Peter Syr haben mehr als 100 Fotografien, die rechtsradikale Graffitis im öffentlichen Raum dokumentieren, zu 12 künstlerischen und kritischen Plakaten aufbereitet.
Das Bayerische Seminar für Politik e.V. unterstützt mit A.R.T ein Projekt, das in seiner Art einen einzigartigen Beitrag zur Demokratieerziehung leistet und deutschlandweit viel zur interkulturellen Verständigung beiträgt. A.R.T ist völlig zu Recht mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt worden.
"Informativ - gut, dass es so offen gezeigt wird - gut, dass Jugendliche sich dafür interessieren."
"Sehr gut, dass das Thema von Jugendlichen aufbereitet wurde."
"Übersichtlich - warnt - lehrreich."
"Macht weiter so, zeigt die Wahrheit, wie sie ist."
"Gut, informativ, hochinteressant."
![]() |
|
Total rechts
|
"Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Ihnen für die Möglichkeit bedanken, die Ausstellung "Total rechts" im Rahmen unserer Veranstaltung "eXtrem rechts - rechts eXtrem.." unseren TeilnehmerInnen an diesem Workshop und im Anschluss auch unseren Studenten und dem Lehrpersonal der Fakultät Pädagogik zugänglich zu machen. Ich finde die Ausstellung als Ergebnis eines SchülerInnen-Projektes im Rahmen der Politischen Bildung sehr beeindruckend - sowohl bezüglich der inhaltlichen Aussagen zum Thema als auch bezogen auf die Professionalität der Präsentation und insbesondere bezogen auf den didaktischen Aufbau. Von vielen Seiten haben wir positive Resonanz zur Ausstellung bekommen - aber auch nachdenkliche und skeptische, was aber beides meines Erachtens für das Konzept und die sehr gute Aufbereitung des Themas spricht. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei solchen wichtigen Projekten mit SchülerInnen."
"Die Ausstellung ist in Tirschenreuth von rund 1.000 Personen besucht worden, und das ist für uns ein großer Erfolg! Schulklassen bekamen dazu im Geschichtsunterricht weitere Informationen zu diesem Thema, und die Ausstellung kam in diesem Zusammenhang natürlich bei den jungen Leuten sehr gut an."
"... So kamen der Ethik-Kurs der 9. Klassen der Willy-Brandt-Gesamtschule und der Geschichtskurs der 9. Klassen des Gymnasiums München-Moosach... Ferner besuchten die TeilnehmerInnen unserer sechs Deutschkurse im Haus mit ihren Dozent/innen die Ausstellung und banden dies im Unterricht mit ein. Auch die TeilnehmerInnen anderer Kurse im Haus nahmen die Gelegenheit wahr, die Ausstellung zu besichtigen... Die Wichtigkeit des Themas wurde immer wieder betont und somit hat die Ausstellung sicher zu Diskussionen angeregt. Wir möchten uns noch einmal herzlich bedanken und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg damit."