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40 Jahre bayerisches Seminar für Politik

Franz Maget, Vorsitzender der SPD-Fraktion
Franz Maget
Vorsitzender
SPD-Fraktion

Im Grundsatzprogramm der SPD steht: Ziel von Bildung ist für uns nicht nur Qualifikation für Beruf und Fortkommen. Bildung hat Eigenwert für die Entfaltung der Person.

Dies gilt gerade und vor allem für die Politische Bildungsarbeit, die für die BayernSPD einen zentralen Stellenwert hat. Sie unterhält daher ein reichhaltiges Angebot an SPD-nahen Bildungseinrichtungen im Freistaat: das Bayerische Seminar für Politik e.V., die Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Bayernforum und dem Regionalbüro Regensburg, die Frankenakademie Schloss Schney, die Akademie Frankenwarte in Würzburg und die Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel am See. Hier werden gleichermassen Seminare und Veranstaltungen zu aktuellen Fragen wie auch zur Grundlagenbildung angeboten.

Übrigens handelt es sich beim Engagement für Politische Bildung um ein wesentliches Element der Entstehungsgeschichte der SPD. Sie ist hervorgegangen aus Arbeitervereinen, die vor allem eine Art Selbsthilfeorganisation in Sachen politische Information und Bildung waren und allmählich institutionalisiert wurden.

Denn Politik ist nicht nur eine Angelegenheit für Profi- und Vollzeitpolitiker oder Journalisten. Ehrenamtliche haben oft eine große Verantwortung zu tragen. Das können sie ohne Fort- und Weiterbildung kaum bewältigen. Sie müssen sowohl ihre eigene Meinung vertreten können, als auch einem Publikum oder einer Leserschaft die erwarteten sachlichen und fachlichen Informationen und nicht zuletzt Orientierung bieten. Politische Bildung verfolgt deshalb vor allem zwei Ziele: Auffrischen des eigenen Wissensstandes und Motivation zu politischer Mitsprache oder Mitarbeit.

Lernen muss man ein Leben lang, heißt es. In Politik und Journalismus spielt die ständige Bereitschaft, sich neuen Entwicklungen zu stellen, eine besondere Rolle. Sie erfordert neben dem stetigen Anreichern des eigenen Wissensschatzes die Fähigkeit, neue Informationen sehr schnell einordnen und bewerten zu können. Mögliche Folgen müssen politisch und strategisch abgeschätzt, Partner oder Verbündete geeignet eingebunden werden.

Durch das Internet als Massenkommunikations-Medium ist in den letzten Jahren eine neue Dimension hinzu gekommen. Im Netz tummelt sich ein breites und buntes Angebot der verschiedenen politischen Ebenen, ob ehrenamtlich oder professionell. Jede Meinung kann auf diese Weise öffentlich werden. Dieser Gedanken- und Informationsaustausch ist für die Vermittlung moderner Politik und Bildungsarbeit unerlässlich geworden. Für die Journalisten ist die Arbeit noch schneller, die Anzahl der verfügbaren Quellen noch größer geworden. Das alles macht eine seriöse politische Bildung unabdingbar.

Wichtig ist dabei besonders, eine Verbindung zwischen den Akteuren der Politik und den Medienschaffenden herzustellen. Sie haben eine gemeinsame besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die einen dauernden Diskussionsprozess erfordert. Die Wahrnehmung und damit auch die Wirkung von Politik und Medien ist einem ständigen Wandel unterworfen, an dem sie selbst beteiligt sind.

Diese Verbindung und diesen Dialog zu unterstützen und zu vertiefen, ist ein Verdienst des Bayerischen Seminars für Politik, dem mein herzlicher Dank und meine guten Wünsche zum Jubiläum gelten.

Ihr Franz Maget

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