Die Geschichte des Vereins

Praxisnahe, wertegebundene politische Bildung, orientiert an der Lebenswirklichkeit der Menschen, dieser Idee haben sich die Gründungsmütter und -väter des Bayerischen Seminars für Politik e.V. verpflichtet.

Das Bayerische Seminar für Politik, so die Aufgabenstellung in der Satzung, bietet politische Erwachsenenbildung für alle Interessierten, "zum Zwecke der Information über die Ergebnisse der Forschung der wissenschaftlichen politischen Disziplinen und ihre Anwendung in der Praxis". Wir verstehen uns bewusst als Plattform des Dialoges für alle Bürgerinnen und Bürger und sind offen für den Dialog mit allen demokratisch Gesinnten. Mit unseren Veranstaltungen fördern wir diesen Austausch an der Schnittstelle zwischen Parteien, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen.

Gegründet wurde der Verein am 23. März 1964 in München mit dem ersten Vorsitzenden Dr. Peter Glotz, MdL. Da das Bayerische Seminar für Politik keinen eigenen Übernachtungsbetrieb besaß und Tagungshotels noch nicht mal als Begriff bestanden, wurden die ersten Seminare in Gaststätten abgehalten. Daraus entstand eine eigene Form der Seminararbeit, die stark auf Seminare vor Ort setzte. Mitte der achtziger Jahre wurde noch unter der langjährigen Gründungsgeschäftsführerin Ingelore Pilwousek ein kurzer Versuch unternommen, ein eigenes "festes Haus" aufzubauen, was sich aber nicht dauerhaft tragen ließ.

Das Angebot des Bayerischen Seminars für Politik umfasst seit jeher Tages-, Wochenend- und Wochenseminare. Besonders die Fahrten in die geteilte Stadt Berlin avancierten, politisch gewollt und stark gefördert, bis zur Wiedervereinigung zu „Bestsellern“– kam man als Westdeutscher dabei doch in Berührung mit der DDR und genoss die Atmosphäre in Berlin, der Exklave der freien Welt inmitten eines Mauerrings. Mit dem Angebot von Medien für die politische Bildungsarbeit entwickelte sich unter dem langjährigen Geschäftsführer Dr. Robert Hofmann ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit: Publikationen, Broschüren, Filme und Multimedia-CDs entstanden zusammen mit Ausstellungen und Methodenkoffern und offerieren ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.

50 Jahre nach der Gründung hat sich das Bayerische Seminar fest etabliert. Es haben sich inhaltliche Schwerpunkte herausgebildet wie die Anti-Rassismus-Arbeit oder die Kooperation mit verschiedenen Schulen. Hier setzen wir vor allem auf die Arbeit mit „Brennpunktschulen“, um den Jugendlichen den Weg in die Politik und Gesellschaft zu öffnen. Großen Raum nehmen auch Kommunikationstrainings ein, sowohl in Bildungshäusern als auch vor Ort. Einen Schwerpunkt im Jahresprogramm bildet mittlerweile die Studienfahrt in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Besonders erfreulich ist der kontinuierlich hohe Anteil an Frauen in unseren Seminaren, der 2011 sogar bei 60% lag. Mit über 70 Seminaren und mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Jahr hat das Bayerische Seminar für Politik einen festen Platz in der Landschaft der politischen Bildungsarbeit in Bayern gefunden.