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„Care-Migration“ als Lösung für den Pflegenotstand? Debatte zu Ethik, Wirtschaft und Politik

Veranstalter Veranstalter: Bayerisches Seminar für Politik e.V. Bayerisches Seminar für Politik e.V.
Datum Mi. 19.10.2022 ab 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Veranstaltungsart Digitales Format
Kursnummer 22O1001
Kursgebühr Teilnahme kostenfrei. Anmeldung erforderlich (Zoom-Link).
Kursleitung Seija Knorr-Köning
Isabell Halletz
Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck

Dass es einen Pflegenotstand in Deutschland gibt, ist vielen Menschen spätestens durch die Corona-Pandemie bewusst geworden. Fachleuten und Betroffenen ist dieser Umstand allerdings bereits seit Jahren bekannt. Schicht- und Wochenendarbeit, anstrengende lange Dienste, mangelnde Wertschätzung in der Gesellschaft und schlussendlich auch die geringe Bezahlung sind alles Faktoren, die junge Menschen vor einer Pflegeausbildung zurückschrecken lassen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Pflege kontinuierlich in einer alternden Gesellschaft. Laut dem letzten BARMER-Pflegereport (2021) werden bis 2030 rund sechs Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen (Krankenhäuser nicht mitgerechnet).

Doch anstatt viele dieser strukturellen Missstände (schneller) zu beseitigen, holt sich Deutschland Personal aus dem Ausland. Die Versorgungslücke an Pflegekräften schließen ausländische Frauen – sie arbeiten für wenig Geld, unter hoher Belastung und oft in Schwarzarbeit, illegal oder zumindest in einer rechtlichen „Grauzone“. Besonders viele Pflegerinnen kommen aus Osteuropa, darunter vor allem aus Polen und aus Bosnien und Herzegowina (u.a. bei den Letzteren über das Programm Triple Win der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit). Außerdem werden ausländische Pflegekräfte durch private Agenturen vermittelt – doch nicht immer läuft die Rekrutierung fair ab.

Ein öffentlicher Aufschrei – oder allein eine öffentliche Debatte – bleiben aus. Zu groß ist die Abhängigkeit, bzw. der akute Bedarf? Geht dieses Pflege-Modell mit ausländischen Kräften nicht zu Lasten der „Care-Migrantinnen“, die sich oft in prekären Arbeitssituationen wiederfinden? Und wie sehen die Herkunftsländer ausländischer Pflegekräfte diese Situation, wie kann mit dem dort entstehenden „Care Defizit“ umgegangen werden? Welche Lösungen, die den Pflegebedürftigen, aber auch den Pflegenden gerecht werden, sollten politisch verfolgt werden?


Diskutieren Sie mit uns und unseren ExpertInnen:

Isabell Halletz, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Ausländische Pflegekräfte

Dr. Ewa Palenga-Möllenbeck, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Arbeitsschwerpunkte: Migration, Transnationalismus, Geschlechterforschung, Domestic and Care Work und regionaler Forschungsschwerpunkt liegt auf Osteuropa

Moderation: Seija Knorr-Köning, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Mitglied im Unterausschuss Soziales, Integration und Wohnen und Jugendbeauftragte der SPD im Bezirksausschuss Neuhausen Nymphenburg, Frauenbeauftragte der Jusos München


+++ Die Veranstaltung ist kostenfrei! Eine Anmeldung ist notwendig, um die Zugangsdaten (für die Online-Diskussion auf der Plattform Zoom) zu erhalten. ++++


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